FOMO - Fear of missing out

Was du verpasst, wenn du Angst hast, alles zu verpassen


Wir leben in einer Welt mit 1000 Möglichkeiten und haben oft das Gefühl, wir müssten mindestens 999 davon wahrnehmen. Ob Freizeit oder Karriere: Wir haben ständig Angst, dass hinter der nächsten Ecke noch etwas Besseres auf uns warten könnte.


All diesen Gelegenheiten nachzujagen, kann sich manchmal anfühlen wie in einem Freizeitpark. Wir möchten am liebsten jedes Fahrgeschäft ausprobieren und von all den süßen Versuchungen naschen, die wir am Ende aber gar nicht mehr genießen können. Denn irgendwann wird uns schlecht von all den Achterbahnfahrten.


Bekannt ist dieses Phänomen als FOMO – the fear of missing out. Die Angst davor, immer etwas zu verpassen, macht uns unzufrieden und ruft permanenten Stress in uns hervor. Wir können uns nicht mehr für eine Sache entscheiden, werden unruhig und befinden uns nicht mehr im Hier&Jetzt, weil wir in Gedanken schon auf der nächsten Hochzeit tanzen. Wie du vom schnellen Quickstep wieder zum langsamen Walzer zurückfindest, zeigen dir die folgenden Tipps.





Wie du FOMO überwindest


1. Zeit für Dankbarkeit

Besonders wenn du eher unzufrieden in deinem Leben bist, hat FOMO ein leichtes Spiel. Anstatt dich auf das Kompensieren eines Mangels zu konzentrieren, fokussiere dich auf alle positiven Dinge in deiner Umgebung. Dabei kann dir zum Beispiel ein Dankbarkeits-Journaling helfen. Kaufe dir ein hübsches Buch, in das du jeden Abend alles schreibst, wofür du an diesem Tag dankbar warst. An schlechten Tagen kannst du darin blättern und dir nochmals alle Erlebnisse vor Augen führen, die dich zum Lächeln gebracht haben. Auf diese Weise machst du dir immer wieder bewusst, dass es so viele Sachen, Momente und Menschen gibt, über die du dich freuen kannst. Und dass es gar nicht schlimm ist, wenn du mal eine Party oder ein Dinner verpasst, weil du dafür andere wertvolle Augenblicke voll und ganz genossen hast.


2. Das Vergleichen streichen

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer hat das tollste Leben im ganzen Land? Die Antwort darauf ist ganz einfach: niemand. Denn jeder hat sein eigenes Päckchen zu tragen. Die einen haben vielleicht eine supertolle Wohnung, aber arbeiten dafür auch rund um die Uhr. Andere reisen ständig um die Welt, kommen dafür aber selbst nicht bei sich an. Was im Außen manchmal so harmonisch wirkt, sieht im Inneren vielleicht ganz anders aus. Besonders die sozialen Netzwerke vermitteln uns häufig eine scheinbar perfekte Welt und rufen dadurch Unzufriedenheit hervor. Ein Partyfoto hier, ein Ferienfoto da – und die coole Party gestern hast du auch verpasst. Verdammt! Schon entsteht der Eindruck, das eigene Leben sei langweilig oder ungenügend. Mach dir bewusst, dass auf Instagram und Facebook vieles inszeniert ist und hinter einem Foto oder Video nie die ganze Wahrheit steckt. Was dabei besonders gut helfen kann ist Digital Detox.


3. Handy los = sorgenlos

Wann hattest du das letzte Mal dein Smartphone in der Hand? Vermutlich gerade in diesem Moment oder in den letzten Minuten. Denn einige Schätzungen sagen, dass wir über 2.600 Mal am Tag auf unser Mobiltelefon klicken oder es berühren. Immer erreichbar und vernetzt zu sein, kann dich unbewusst unter Druck setzen. Interessant ist auch der Aspekt der elektromagnetischen Strahlung, über deren Ausmaß auf die körperliche Gesundheit wir noch gar nicht genug wissen. Vor kurzem habe ich einen Beitrag von einer jungen Frau auf Instagram gesehen, die sich auf Bali befand. In dem Hotel, in dem sie sich aufhielt, wuchsen unter verschiedenen Torbögen die gleichen Palmen. Nur eine der Pflanzen blieb klein und hatte braune Blätter. Die Frau ging der Ursache auf den Grund und fand heraus, dass genau über dieser einen Palme der Internet-Router angebracht war. Noch ein Grund mehr, öfter mal einen Digital Detox einzulegen. Wenn es dir sehr schwerfällt, das Handy wegzulegen, kannst du auch in kleinen Schritten starten. Schalte dein Smartphone zum Beispiel bereits eine Stunde vorm Schlafengehen ab und erst wieder am nächsten Morgen an. Geniesse deine Primetime ganz für dich.


4. Weniger ist mehr

Viele Bekanntschaften zu haben und immer wieder neue Leute kennenzulernen ist schön, führt am Ende aber sehr wahrscheinlich zu Oberflächlichkeit. Es ist fast unmöglich, zahlreiche soziale Kontakte in der Form zu pflegen wie enge Freundschaften. Wenn du den Fokus auf wenige, wichtige Menschen in deinem Leben legst und ihnen deine kostbare Zeit widmest, wirst du Entspanntheit, Erfüllung und Zufriedenheit zugleich erfahren. Glücksgefühle gibt’s gratis auch noch dazu. Und das gute Gewissen, dass du rein gar nix verpasst hast, weil du deine Zeit genau am richtigen Ort mit genau den richtigen Menschen verbracht hast.


5. Aus FOMO wird JOMO

Alle Stubenhocker und Netflix-Junkies haben jetzt richtig Grund zur Freude. Denn ihr dürft einfach alles so machen wie immer und liegt damit voll im Trend. Aus FOMO hat sich eine neue Bewegung entwickelt: JOMO – Joy of missing out, also der Spass, etwas zu verpassen. Erlaube dir, einfach ganz bei dir selbst anzukommen, anstatt immer von einem zum anderen Ort zu hetzen. Dazu gehört auch mal NEIN zu sagen. Nein zur Party, zum Fitnessstudio oder Feierabend-Drink. Dafür JA zu einem entspannten Schaumbad, zum Lieblingsbuch und Ausschlafen mit ausgedehntem Frühstück. Konzentriere dich auf dich selbst anstatt dich ständig von hektischen Verabredungen ablenken zu lassen. Free-Time = Me-Time.





Ab geht’s – sei dankbar für die kleinen Dinge, vergleiche dich nicht, leg das Smartphone weg, umgib dich mit den wirklich wichtigen Menschen in deinem Leben und öfter auch mal ganz alleine mit dir selbst.